„Serve from the Rigth and Take Me from the Left“ ist ein gleichsam unterhaltsames wie gesellschaftskritisches Stück, präsentiert als an Aktionen reiches Klein-Drama. Die Individualität der Tänzerinnen und Tänzer, bzw. der Figuren, die sie darstellen, wird nicht nur in der Bewegung, im Tanz, sondern – Elementen des Films nachempfunden - auch durch gesprochenes Wort gezeigt. Die Vorstellung führt das Publikum zu einer exklusiven Dinner Party. Das Stück stellt schonungslos dar, wie sich eine Party vom Eintreffen der Gäste bis zum letzten Tropfen in der Flasche entwickeln kann.
Das Stück ist einerseits mit Humor angereichert, birgt aber andererseits beunruhigende, ja beklemmende Momente – etwa wenn das Verhalten eines Gastes in den Augen anderer Gäste „den Rahmen sprengt“. Unausgesprochenes, Verstecktes bleibt in diesem kleinen, menschlichen Drama omnipräsent – bis lange nach dem Ende der Party.
Die Tänzerinnen und Tänzer verkörpern je einen spezifischen, ja stereotypischen Charakter, wie z.B. den „Ueberformalen“, den „Businessman“, den „Unkorrekten“, den „Unbekümmerten“. Jede Persönlichkeit wird in ihrer unverwechselbaren Identität porträtiert, ja karikiert.
Die Musik und die Tanzstile folgen verschiedenen Genres und Generationen – von Bach und Beethoven bis zu Erika Badu und Jill Scott. An dieser Party hat Boggie ebenso Platz wie Disco Jive. Und nach einem „B 52 – shot“ orientiert sich das Tanzen an Martha Graham.
Die Kreation von Eugene W. Rhodes III. beginnt mit „politisch korrektem“ Benehmen. Verschüttete Wünsche, Alkohol und gezielte Verführung verändern die vorerst förmliche Stimmung der Party mehr und mehr. Ein letzter Grappa (Julia), zusammen mit Dessert und Kaffee helfen, das Erlebte zu verdauen.